Das Schnittmuster
Die Gugel besteht in der einfachsten Form aus zwei Stücken, die aneinander genäht werden. Wenn die Breite des Kragen
nicht ausreicht, kann man Vorne und Hinten jeweils Geren (Zwickel) einsetzten, um mehr Weite zu erreichen. Je nach Lust und Laune
kann der untere Saum noch weiter mit Zaddeln, Zacken oder Spitzen verziehrt werden - einige Beispiele sind oben abgebildet.
Auch Borte ist schön.
Zudem kann man die Gugel noch abfüttern. Zum einen, um sie wärmer zu machen - dann sollte man eine dicken Futterstoff verwenden -
oder, damit die Nähte innerhalb der Gugel nicht zu sehen sind, wenn die Kapuze herrunter geklappt ist - hier sollte
dann der Futterstoff nicht ganz so dick ausfallen. Gut sehen kontrastierende Farben von Futter und Oberstoff aus.
Außerdem kann man die Gugel auch Mi-Parti anfertigen.
Das Schnittmuster anpassen
- Um das Schnittmuster auf sich anzupassen, sollte man folgende Maße nehmen:

- Kopfumfang horizontal (H)
- Kopfumfang vertikal(V)
- Schulterbreite (B)
-
Der Wert C bestimmt, wie weit der Kragen der Gugel über die Brust reichen soll.
T bestimmt zusammen mit dem Kopfumfang (H) die Tiefe der Kapuze. Je tiefer die Kapuze ist, desto weiter kann man sie ins Gesicht ziehen.
Nähen

Den Stoff doppelt legen, die Schnittmuster darauf verteilen und ausschneiden ( immer mit ca 3cm Nahtzugabe).
Die einzelnen Teile säumen, bzw. mit Zickzackstich gegen Ausfransen sichern. Die Gugelteile rechts auf rechts legen und
zusammen nähen. Gugel wenden und Nähte ausbügeln.
Variationen
offene Frauengugel (um 1370)
Idee aus "Kleidung & Waffen der Spätgotik / Ulrich Lehnart"
Gugel zum Knöpfen, bzw. Schnüren
Diese Form der Gugel hat den Vorteil, daß man durch die Knöpfe am Hals eine bessere Paßform erreichen kann. Der Halsausschnitt muß
jetzt nicht mehr so weit, wie der Kopfumfang sein. Durch die Knöpfe, bzw. die Schnürung, hat man Platz genug
zum hineinschlüpfen, kann aber die Gugel zum Schluß halseng zuknöpfen/ -schnüren. Ob die Knopfleiste nun hinten, vorne oder seitlich
angebracht wird, ist Geschmackssache.
Frauengugel
anhand der Manessischen Liederhandschrifft rekonstruiert.
Idee aus "Kleidung & Waffen der Spätgotik / Ulrich Lehnart"