die Cotte

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kleine Historie
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Die Cotte war wohl zuersteinmal ein bodenlanges "Schlupfgewand" mit engen, langen Ärmeln.
Am Halsauschnitt war sie leicht geschlitzt, um den Kopf gut hindurch zu bekommen. Der Ausschnitt war durch Bänder oder eine Fibel wieder zu verschliessen, so dass er am Hals eng anlag. Das Gewand wurde von Männern und Frauen gleichermaßen getragen.
Anfangs war die Cotte noch ein in weiten Falten fallendes, nur leicht tailliertes Gewand. Im Lauf der folgenden Jahre wurde der Schnitt der Cotte immer figurbetonter und das Kopf-bzw Halsloch bei den Frauen - anfangs noch recht eng geschnitten - verbreiterte sich zu einem Dekolleté betonenden Ausschnitt (ca. um 1350), so "daz man ihre broste bynach halbe sach. 1 " Bild vergrößern Die Ärmel wurden nun mit einer langen Leiste dicht aneinander gereihter Knöpfe eng um den Unterarm geschlossen. Die männliche Variante der Cotte wurde zudem immer kürzer, bis sie nur noch knapp über das Knie reichte.

Im 14.Jh wurde die Cotte dann vor allem in Verbindung mit dem Surcot getragen. Hier diente sie als Untergewand. Jedoch konnte die Cotte nach wie vor als Einzelgewand getragen werden.
Im Zuge der mod. Weiterentwicklung wurde die Cotte zum Ende der 2. Hälfte des 14.Jh. bis hin zum Beginn des 15.Jh. vom Cotardie verdrängt.

( 1 Zitat: Magagnato; L.: Le Stoffe di Cangrande, Florenz 1983)

 

 

Das Schnittmuster...

Fürs Larp habe ich es mir leicht gemacht und mich lediglich an den historischen Schnittmustern orientiert. Da einige Nähtechniken unbekannt waren oder die Stoffe nicht in "genormten" Stoffbreiten zur Verfügung standen, sind die historischen Schnitte aus heutiger Sicht manchmal ein wenig kompliziert. Für denjenigen, den es aber dennoch interessiert, wie die Cotte im Original zusammengesetzt war, sind weiter unten zwei Schnittmusterrekonstruktionen zu finden.

Ich habe hier nun zwei Varianten der Cotte als Schnittmuster aufgezeichnet. Genäht habe ich davon die gerade Cotte. Der Schnitt für die taillierte Cotte befinden sich quasi noch in der Testphase und wird gegebenenfalls noch mal aktualisiert, bzw. korrigiert werden müssen.

Schnittmuster

Das Schnittmuster anpassen

Um das Schnittmuster auf sich anzupassen, sollte man folgende Maße nehmen:



Schulterbreite
Brustumfang (B)
Taillenumfang (T)
Hüftumfang (H)
Oberarmumfang (O)
Unterarmumfang (U)
Unfang Handgelenk (C)
Armlänge (A)
Körperlänge (von Schulter bis Boden)

 

 


Die untere Schnittmusterbreite (S) wird durch die Stoffbreite bestimmt (im Durchschnitt zwischen 140 cm und 180 cm). Die untere Breite der Geren (D) hängt davon ab, wie weit die Cotte insgesamt werden soll. Wird die Cotte mit Schleppe geschnitten, sollten die Geren nicht zu schmal ausfallen, weil sonst die Beinfreiheit beim Gehen behindert wird. Daher wäre es gut, wenn die Geren unten mindestens die halbe Stoffbreite haben.

Für die gerade Cotte reicht es die Schulterweite, Armlänge mit Oberarmumfang und dem Umfang des Handgelenks sowie die Körpergröße zu messen.

Nähen

gerade Cotte

Den Stoff doppelt legen, die Schnittmuster darauf verteilen und ausschneiden ( immer mit ca 2cm Nahtzugabe). Die einzellnen Teile säumen, bzw. mit Zickzackstich gegen Ausfransen sichern.

In das Rücken- bzw. das Vorderteil die Geren einsetzten - die Gerenspitzen liegen etwa auf Höhe der Hüfte. Vorder- und Rückenteil zusammenstecken und noch einmal anpassen. Ist alles wie gewünscht, näht man die beiden Teile an den Schultern rechts auf rechts zusammen.
Die Ärmel an Vorder- und Rückenteil anstecken und auf Sitz kontrollieren, dann von links annähen.
Halsausschnitt gegebenenfalls mit einen Durchschlupfschlitz versehen und säumen. Wer möchte kann den Ausschnitt noch mit einer Borte verzieren. Dann Vorder- und Rückenteil rechts auf rechts legen und alle noch offenen Nähte schließen. Dabei die seitlichen Geren in die Seitennähte von Vorder- und Rückenteil einnähen. Das Gewand auf die gewünschte Länge schneiden - Nahtzugabe nicht vergessen und zum Schluß die Kante säumen.

 


Die taillierte Cotte

ist hier am Rücken geschnürt oder geknöpft. Zudem kann die Cotte bodenlang genäht und das Rückenteil länger geschnitten sein, damit das Gewand eine Schleppe bekommt.

Stoff doppelt legen, Schnittmuster darauf verteilen und ausschneiden ( Nahtzugebe ca. 2 cm.) Dabei bei den beiden Hälften des Rückenteils etwa 10 cm Stoffzugabe an der Mittelnahmt zurechnen und makieren (Abb.1). Hier wird später die Knopfleiste angebracht.
Die einzellnen Gewandungsteile säumen, bzw. mit Zick- Zack- Stich gegen Ausfransen sichern.

Die beiden Hälften des Vorderteils zusammenstecken - dabei eine der Geren einsetzten - und zusammen nähen.

Die Hälften des Rückenteils entlang der Makierungslinie für die Stoffzugabe mit der Gere zusammenstecken. Dabei die Stoffzugabe mit der Nahtzugabe der Gere angleichen (Abb.2).

WICHTIG: Nur dort die Stoffzugabe angleichen, wo später die Gere angenäht wird. Bei der oberen Hälfte der Rückenteile wird die zusätzliche Breite gebraucht, um daraus die nötige Überlappung für die Knöpfe/ Knopflöcher zu machen.

 

 

Die 3 Gewandungsteile ( jeweils ein halbes Rückenteil und eine Gere) zusammen nähen. Dabei die Hälften des Rückenteils max. noch etwa 10 cm über der Gerenspitze weiter zusammen nähen. ( siehe Abb.).

 

 

 

 

Die Stoffzugabe der beiden Rückenteilhälften jeweils zur Hälfte umfalten, ausbügeln und feststeppen (1). Die Stoffkannte liegt jetzt doppelt und überlappt in der Mitte ca. 4 cm (2). (Bild)

Vorder- und Rückenteil zusammenstecken und die zukünftige Konpfleiste provisorisch mit Nadeln schließen. Die Cotte am Körper anpassen und die Lage der Knöpfe/ Knopflöcher bestimmen und anzeichnen. Die Knopflöcher schneiden und umsäumen, Knöpfe annähen. Am Vorderteil die Brustabnäher anpassen, stecken und nähen.

Wenn der Rückenverschluß geschnürt werden soll   (Bild), stanzt man anstelle der Knopflöcher mit der Lochzange gegenüberliegende Löcher in die verstärkten Kanten der beiden Rückenteile. Mit Klebstoff gegen ausfransen sichern und Ösen einbringen. Danach genügend lange Bänder kreuzweise einziehen.

Fertiges Vorder- bzw. Rückenteil der Cotte an den Schultern und den Seitennähten schließen.

Ärmel in die Armlöcher einpassen, zusammen stecken und auf Sitz überprüfen. Ärmel annähen und bis 10 cm unterhalb des Ellbogens an der Längsnaht schließen. Dabei auch hier am Unterarm genügend Stoffzugabe lassen, um die Knopfleiste anbringen zu können.

Cotte auf die gewünschte Länge schneiden - Nahtzugabe für den Saum nicht vergessen - und umsäumen.

 


historische Schnittmuster