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kleine Historie
Ursprünglich bezeichnete man wohl mit dem Begriff "Bliaud" eine bestimmte Stoffart.
Ab dem 12. Jh. übertrug sich dann -vornehmlich in Frankreich und England - der Begriff auf ein von Männern und Frauen
getragenes
Obergewand. Über die eigentliche Schnittform des Bliaud ist nicht viel Fundiertes zu finden, so daß dass man sich in
erster Linie nur an histor. Abbildungen
orientieren kann:
Der Bliaud "(...) wird über dem Hemd getragen, ist an den Seiten geschnürt, um möglichst straffen Sitz zu erreichen
, besteht aus kostbarem Material (z.B. Seide, Samt), ist mit Goldborten am Hals und Ärmeln besetzt und mit Pelz gefüttert
oder verbrämt.
Wenn die Identifikation des B. mit den bildlichen Darstellungen zutrifft, so zeichnet sich der B. weiters durch besonders
reiche Ärmelformen aus. Um die Taille wird ein bis zu
zweimal geschlungener Gürtel gelegt. "
Anhand von verschiedenen Abbildungen habe ich mir nun ein Schnittmuster eines Rollenspiel tauglichen Bliaud
für Frauen zusammengebastelt. Für das Untergewand habe ich eine einfache lange A-Tunika mit engen Armen genäht.
Das Schnittmuster
Der Stoff für das Untergewand ist bei mir aus grober Baumwolle, der Bliaud aus schwerem Leinen. Für den Stoff des Innenfutters
der Ärmel ist wichtig, dass er wesentlich leichter, als das Leinen ist, da der Oberstoff (das Leinen) sonst an den Ärmel
hässliche Falten wirft. Die Borte ist aus Wolle.
Die Stoffbreite "meines" Stoffs war ca. 150 cm.
Das Schnittmuster anpassen
Nähen
Den Stoff doppelt legen, die Schnittmuster darauf verteilen und ausschneiden ( immer mit ca 5cm Nahtzugabe).
Das Muster für Vorder- und Rückenteil, ist in der Abb. oben jeweils halb, d.h. sie müssen mit der geraden Seite bündig an der
Stoffumbruchkante liegen.
Dann die Ärmel mit dem Innenfutter zusammen nähen:
die Schnürung
Für die Schnürung an der Taille mit der Lochzange gegenüberliegende Löcher in Vorder- und Rückenteil stanzen.
Mit Klebstoff gegen Ausfransen sichern und in die Löcher Ösen einsetzen. Danach 2 lange Lederbänder doppelt legen und
von oben kreuzweise in die Ösen einfädeln. Den Bliaud anziehen und die Lederbänder straff ziehen.
Zum Schluß die Bänder unten mit einem Knoten sichern.
der Gürtel
Für den Gürtel habe ich 4 m von der Wollborte doppelt gelegt und von rechts aufeinander genäht. An ein Ende habe ich einen
große Gürtelschnalle ohne Dorn eingenäht, die als Verschluß dient. Hier wird der Gürtel später durchgeschlungen und verknotet.
Das lose überschüssige Ende des Gürtels hängt dann lang herrunter.
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