Beinlinge

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kleine Historie

"Aus der strumpfartigen Bekleidung des Fußes entstanden, bestehen die B. zunächst aus Halbstrümpfen, die im 10.Jh. bis zur Kniekehle, im 11. Jh. bereits über die Knie reichen. Die Befestigung erfolgt mit Binden oder mit einem Strumpfband; die weit über das Knie reichende B." , die sich im Laufe der Mode aufgrund der zunehmenden Verkürzung der männlichen Oberkleidung enwickelten, "werden schließlich am Bruechgürtel befestigt."
Ab 1350 waren die Gewänder mitlerweile so kurz, daß es sein konnte, daß beim Bücken die Bruech (eine Art Unterhose) zu sehen war. Daher wurden die Beinlinge am Gesäß so verlängert , daß sie hinten überlappend gebunden werden konnten. Vorne blieben die Beinlinge jedoch offen. Im 15.Jh wurden die Beinlinge dann mit einer Naht verbunden und im Schambereich ein Latz angebracht.

(Zitat aus "Bildwörterbuch der Kleidung und Rüstung/ Harry Kühnel")
weitere Abb. (Ketten-Beinlinge)


Wir haben jetzt anhand der histor. Vorlagen Beinlinge ausgetüfftelt, mit denen man wunderbar grobes Schuhwerk, wie z.B. Bundeswehrstiefel kaschieren kann. Zuerst möchte ich aber kurz auf die historischen Schnittmuster eingehen:

 

 

Das Schnittmuster

 


Am Besten verwendet man einen leicht elastischen Stoff, da die Beinling sehr eng sitzten (fast wie eine Strumpfhose). Sie sind an den Füßen oft spitz zulaufend. Zudem kann man anstelle von Stoff- auch Ledersohlen einsetzten, quasi als Schuhersatz. Von der Farbauswahl her, wurden Beinlinge auch Mi-Parti getragen. Wer keine Bruech anfertigen möchte, nimmt am besten stattdessen eine kurze Radlerhose und befestigt die Beinlinge dann an einem seperat getragenen Gürtel. Eventuel kann mann unterhalb des Knies ein Band/einen Riemen umbinden, um noch einen besseren Sitz der Beinlinge zu bekommen.

Das Schnittmuster anpassen

Um das Schnittmuster auf sich anzupassen, sollte man folgende Maße nehmen:



Umfang Oberschenkel (O)
Umfang Knie (K)
Umfang Unterschenkel (U)
Umfang Knöchel (F)
Spannweite
Schuhgrösse
Der Wert LA steht für die Beinlänge gemessen von Hüftknochen bis Boden,
LI für die Beinlänge gemessen vom Schritt bis Boden

 

 

Nähen


Den Stoff doppelt legen, die Schnittmuster darauf verteilen und ausschneiden ( immer mit ca 3cm Nahtzugabe). Die einzelnen Teile säumen, bzw. mit Zickzackstich gegen Ausfransen sichern. Beinlinge zusammenstecken und auf genauen Sitz überprüfen. Die Beinlinge sollten dabei eng anliegen. Paßt alles wie gewünscht, die jeweils beiden Teile eines Beinlings rechts auf rechts legen und zusammen nähen. Dann die Sohlen einnähen und den oberen Rand der Beinlinge verstärken (Z.B. noch einmal mit Stoff hinterlegen) und Löcher einstanzen. Mit Klepstoff gegen Ausfransen sichern und Ösen einsetzten. Diese sollten nicht zu klein sein, damit ein halbwegs festes Leder- oder Stoffband zur Befestigung der Beinling durchgezogen werden kann. Wer will, kann die Befestigungsbänder aber auch direkt an die Beinlinge nähen. Nähte ausbügeln und Beinlinge wenden.

 

 

 

Variation fürs Larp

 

Diese Beinlinge sind so geschnitten, daß sie im Fußteil schweres Schuhwerk gut kaschieren. Sie haben keine Sohle und werden unter den Schuhen mit jeweils 2 Gummiriemen oder Lederbändern befestigt. Um das obigen Schnittmuster anzupassen, addiert man bei den Messewerten für Unterschenkel, Knöchel und Spanweite ca 10 cm dazu. Zum genauen anpassen des Schnittes zieht man dann die Schuhe an, die man unter den Beinlingen zu tragen gedenkt. Ist alles genau abgesteckt und angepasst, können die Beinlinge genäht werden.

Damit die Beinlinge noch gut über die Schuhe gezogen werden können, sollte man die hintere Naht zwischen A und B offen lassen. Sie wird später mit Bändern oder Haken/Ösen über den Schuh geschlossen. Damit der Fußteil der Beinlinge den Schuh gut umschließt näht man ungefähr in Höhe des Absatzes und Höhe Fußballen Bänder fest. Diese sind auf einer Seite zu öffnen (z.B. mit einem Knopf), um sie wieder unter den Schuh entlang am Beinling befestigen zu können. Leider hat es sich gezeigt, daß sowohl die Leder-, als auch die Gummiriemen nicht besonders lange halten. Sie reißen immer wieder ab, besonders nach heftigen Bewegungen, wie z.B. im Kampf. Eine bessere Lösung ist uns aber noch nicht eingefallen, daher wird man wohl immer mal wieder flicken müssen.

Für die oberen Befestigungsriemen am Gürtel, hat es sich bewährt, sie auch mit Gummibändern zu versehen, damit die Beinlinge bequem und sicher sitzen, auch wenn man sich bückt oder stark bewegt.

Der Stoff wurde doppelt mit Watte gefüttert, um eine gewisse Polsterung für Schläge zu erreichen und dann in Rauten abgenäht. Je dicker die Fütterung, desto besser polstern die Beilinge natürlich - desto steifer und unbequemer sind sie aber auch. Also besser abwägen, ob eine Polsterung wirklich so stark sein muß oder ob es nicht auch eine leichtere tut.